
Weststrand
Kurz hinterm Ortsausgang von Ahrenshoop, an der Westküste der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, erstreckt sich der 14 km lange feinsandige Weststrand.

Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft beginnt direkt an der nördlichen Grenze von Ahrenshoop. Mit einer Fläche von 786 Quadratkilometern ist er das größte Naturschutzgebiet an der deutschen Ostseeküste. Für Besucher und Urlauber bietet das Areal einen direkten Zugang zu unberührten Naturlandschaften, die strengen Schutzrichtlinien unterliegen.
Wer Ahrenshoop besucht, findet hier einen starken Kontrast zur touristischen Infrastruktur des Ortes: Im Nationalpark wird auf menschliche Eingriffe weitestgehend verzichtet. Das Leitmotiv lautet „Natur Natur sein lassen“. Für Dich bedeutet das, dass Du eine Landschaft erlebst, die sich stetig aus eigener Kraft wandelt und wichtigen Lebensraum für Flora und Fauna bietet.
Der Nationalpark umfasst Teile der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, die Westküste der Insel Rügen sowie die Insel Hiddensee. Einzigartig macht ihn die sogenannte Küstendynamik.
Die Ostsee trägt durch beständige Strömungen und Westwinde an den Steilküsten – beispielsweise auf dem Fischland – kontinuierlich Sand ab. Dieser Sand wird durch die küstenparallele Strömung nach Norden transportiert und am Darßer Ort wieder angelagert. Der Darß wächst dadurch jährlich um mehrere Meter in die Ostsee hinein. Du kannst diese geologischen Landbildungsprozesse bei einem Besuch am Nordstrand buchstäblich in Echtzeit beobachten.
Um die Natur effektiv zu schützen, ist der Nationalpark in verschiedene Schutzzonen unterteilt, die Du bei Deiner Tourenplanung beachten musst:

Ahrenshoop profitiert von seiner geografischen Lage auf der schmalen Landzunge zwischen der offenen Ostsee und dem Saaler Bodden. Wenn Du eine Unterkunft in Ahrenshoop beziehst, befindest Du Dich direkt an der Pufferzone des Schutzgebietes.
Du benötigst für die Erkundung des Nationalparks kein Auto. Die Infrastruktur ermöglicht es Dir, direkt von Deiner Ferienwohnung oder Deinem Hotel mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf das gut ausgebaute Wegenetz des Nationalparks zuzugreifen. Das reduziert nicht nur die CO2-Emissionen, sondern erspart Dir auch die Parkplatzsuche in den stark frequentierten Randgebieten des Parks in den Sommermonaten.
Der Nationalpark lässt sich grob in vier prägende Landschaftstypen unterteilen, die Du von Ahrenshoop aus zügig erreichst.
Der Darßer Weststrand ist ein rund 14 Kilometer langer Küstenabschnitt, der komplett naturbelassen ist. Es findet keine Strandreinigung durch Maschinen statt und es gibt keine Wellenbrecher oder Buhnen.
Auffälligstes Merkmal sind die sogenannten Windflüchter. Das sind Kiefern, deren Baumkronen durch den stetig wehenden Westwind dauerhaft nach Osten in Richtung Land gebogen wachsen. Entwurzelte Bäume, die bei Sturmfluten auf den Strand stürzen, verbleiben dort und dienen als natürlicher Küstenschutz sowie als Nährstofflieferant für Mikroorganismen. Der Weststrand ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch den angrenzenden Wald zu erreichen.
Unmittelbar hinter den Dünen des Weststrandes schließt sich der über 5.800 Hektar große Darßer Wald an. Er wächst auf einem System aus alten, verlandeten Strandwällen, was dem Waldboden eine deutlich sichtbare Riffelstruktur (Reffs und Riegen) verleiht.

Das Ökosystem ist divers: Während in Küstennähe robuste Kiefern dominieren, geht der Bestand im Landesinneren in alte Buchen- und Eichenmischwälder über. In den tieferliegenden, feuchten Senken finden sich Erlenbrüche, die ganzjährig unter Wasser stehen. Der Wald ist durch ein Netz aus freigegebenen Wander-, Rad- und Reitwegen durchzogen, die eine schonende Durchquerung ermöglichen.
Die Nordspitze der Halbinsel, der Darßer Ort, ist das geologische Herzstück des Landbildungsprozesses. Durch Sandablagerungen bilden sich hier kontinuierlich neue Dünenzüge und Strandseen, die im Laufe der Jahrzehnte verlanden.
Ein zentraler Anlaufpunkt zur Orientierung ist der 1848 errichtete Leuchtturm Darßer Ort. In den angrenzenden historischen Leuchtturmwärterhäuschen befindet sich heute das Natureum – eine offizielle Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums Stralsund. Hier erhältst Du wissenschaftlich fundierte Informationen zur Tierwelt und Geologie der Ostseeküste. Ein Rundwanderweg (ca. 4,5 km) führt über Holzstege sicher durch die empfindlichen Dünenlandschaften der Kernzone.
Auf der dem Festland zugewandten Seite prägen die Bodden das Landschaftsbild. Bodden sind flache, von der offenen See weitgehend abgetrennte Küstengewässer, in denen sich Süßwasser aus Flüssen mit dem Salzwasser der Ostsee mischt (Brackwasser).
Die ausgedehnten Schilfgürtel und angrenzenden Salzgraswiesen an den Ufern des Saaler Boddens und des Bodstedter Boddens sind essenzielle Brut- und Rastplätze für Wasservögel. Aufgrund des flachen Wassers erwärmen sich die Bodden im Sommer schnell, was sie zu einem produktiven Lebensraum für Fische und Amphibien macht.
Die touristische Nutzung ist auf Naturverträglichkeit ausgelegt. Um das Gebiet zu erkunden, stehen Dir folgende Optionen zur Verfügung:
Der Erhalt der Ökosysteme erfordert die konsequente Einhaltung der Nationalpark-Verordnung. Verstöße werden durch die Ranger und die Wasserschutzpolizei geahndet.
Der Nationalpark ist ganzjährig und kostenfrei zugänglich. Die Wahl Deiner Reisezeit sollte sich nach Deinen Interessen richten: